Der untenstehende Video-Beitrag von Richard Sanders erschien am 19. August auf „Double Down News“. Die „Wahrheit“, die Sanders hier zum Vorschein bringen will, ist allerdings vielschichtiger. Der Beitrag hat nichts von seiner Aktualität eingebüsst.
Im Gegenteil, Israel hat erneut viele seiner Aussagen bestätigt. Am Montag, 25.8., beschoss das israelische Militär das Nasser-Krankenhaus im Süden Gazas und erklärte später, es habe eine vermeintliche Überwachungskamera der Hamas ins Visier genommen. Kurz nach dem ersten Angriff erfolgte ein zweiter.
Insgesamt tötete die IDF mindestens 20 Palästinenser, darunter fünf Journalisten von Associated Press, Reuters, Al Jazeera und Middle East Eye. Die meisten Opfer gab es beim zweiten Angriff. Mittlerweile sind etwa 240 Journalisten im Gazastreifen ums Leben gekommen. Das Herunterspielen dieser Vorfälle durch etablierte Medien ist beschämend.
Richard Sanders: Die schockierende Wahrheit über Israels Krieg gegen den Journalismus.
Sanders behauptet, Israel habe mehr Journalisten in Gaza getötet als zusammengenommen im amerikanischen Bürgerkrieg, im Ersten Weltkrieg, im Zweiten Weltkrieg, im Koreakrieg, im Vietnamkrieg und in den Kriegen in Kambodia, Jugoslawien, Afghanistan und der Ukraine umgekommen sind.
Er geht davon aus, dass Israel Journalisten ermordet, weil es in den meisten Fällen keine Konsequenzen zu befürchten braucht. Oft teste es jedoch aus, welche Journalisten es hinrichten kann, ohne dass ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit geht.
Tatsächlich berichten westliche Medien über den Tod dieser Journalisten im Gazastreifen nicht so, als sei man Zeuge eines Verbrechens geworden, sondern so, wie man eben über eine gute Story berichte. Dabei lassen die Journalisten der etablierten Medien meistens die israelische Perspektive miteinfließen, dass es ja nach israelischer Aussage Terroristen waren, die „gestorben“ seien. Doch die Behauptung, AlJazeera stelle Terroristen ein, ist absurd.
Auf der anderen Seite zeugt die Tätigkeit jener Journalisten, die vor Ort in Gaza berichten, gerade von ihrem außerordentlichen Mut und dem unerschütterlichen Bestreben, den Ereignissen auch unter schwierigsten Bedingungen auf den Grund zu gehen. Journalisten von der BBC oder von ITN nehmen dagegen diese Risiken nicht auf sich. Richard Sanders bezeichnet es als Verrat, wie Journalisten regelmäßig über ihre Kollegen im Gazastreifen berichten.
Die „International Women’s Media Foundation“ (IWMF) habe im vergangenen Jahr einen Preis vergeben: Mut im Journalismus. Ausgezeichnet hat sie die Journalistin Maha Hussaini. Doch Israel habe eine Kampagne gegen sie gestartet und sie des Antisemitismus bezichtigt, dann habe die IWMF den Preis zurückgezogen. Man könnte es auch anders formuleren: Durch diese Aktion hat die IWMF Maha Hussaini als vogelfrei erklärt, also zum Abschuss freigegeben.
Es gibt allerdings noch andere Gründe, warum Israel Journalisten hinrichtet, die Sanders nicht erwähnt, die vielleicht zu offensichtlich sind. Es will durch diese
Aktionen alle Journalisten, die nicht für die israelischen Medien arbeiten, davon abschrecken, überhaupt sachkundig und nah an den Ereignissen über den Konflikt zu berichten. Schließlich geht es um Manipulation durch psychologische Kriegsführung. Israel will das Undenkbare normalisieren, einen Völkermord, es will die
Weltöffentlichkeit daran gewöhnen, dass es keine Wahrheit jenseits der israelischen Verlautbarungen gibt, selbst wenn sich die Aussagen der Sprecher Israels widersprechen. Das gezielte Unterbinden der Wahrheit und Verbreiten von Halbwahrheiten und Lügen zermürbt den Willen nach der Wahrheit zu suchen und lähmt kritisches Denken.
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