„Die Medien lenken ab, während Israel die Bewohner des Gazastreifens abschlachtet.“

Chris Hedges im Gespräch mit Norman Finkelstein

Der investigative Journalist Chris Hedges spricht mit Dr. Norman Finkelstein, einem Kenner Gazas. Finkelstein holt, wie so oft in Interviews, weit aus, doch er kommt immer wieder auf die Fragen des Fragestellers zurück. Viele kurzatmige Journalisten in der heutigen Medienlandschaft kommen mit diesem Stil nicht zurecht. Sie stellen keine gehaltvollen Fragen, hören sich gerne reden oder wollen belehren statt informieren. Doch Hedges, der alles andere als ein Unwissender in Bezug auf den Nahost-Konflikt ist, lässt Norman Finkelstein sprechen. Auffallend an diesem Interview ist die ruhige Art wie Chris Hedges fragt. Er hört aufmerksam zu und lässt seinen Gesprächspartner ausreden.

Finkelstein meint, Israels Ziele seien, Gaza unbewohnbar zu machen und den Willen der dort lebenden Menschen zu brechen, sie „zum Schreien“ zu bringen.

Israel beginnt seine Kampagnen im Windschatten großer Medienereignisse

Israel würde dann seine Kampagnen beginnen, wenn die Presse über andere Ereignisse berichtete. Im Jahre 2014 sei ein Malaysisches Flugzeug abgeschossen worden, und Israel habe seine Bodenoffensive im Gazastreifen einen Tag nach Abschuss dieses Flugzeuges begonnen.

Finkelstein ist der Ansicht, dass die Medien Israels genozidale Kampagne im Gazastreifen derzeit kaum noch beachten. Sie befassten sich mit Trump. Die New-York Times berichte in ihren Schlagzeilen auf ihrer ersten Seite nur noch über Trump, und die ethnischen Säuberungen im Gazastreifen geraten zusehends in den Hintergrund. Das machten sich israelische Politiker zu nutze.

Israel operiert ungebremst weiter

Auf die Frage von Chris Hedges, ob es Faktoren gebe, die Israel daran hinderten seine Ziele zu erreichen, meint Finkelstein es gebe keine Hindernisse. Er hatte gewisse Hoffnungen auf die Studentenproteste gesetzt. Aber die studentischen Proteste gegen Israels Vorgehensweise in Gaza hätten wesentlich schneller als die Studentenproteste in den sechziger Jahren gegen den Vietnam-Krieg eingedämmt werden können. Protestierende Studenten können ihre (Berechtigung für) Studiengebühren bis zu 80 000 Dollar verlieren. Wenn sie zudem noch aus dem Ausland kommen, könnten sie in den USA des Landes verwiesen werden. Auch Hisbollah, die Houthis und der  Internationale Gerichtshof in Den Haag (IGH) hätten Israel nicht aufhalten können.


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